Komm Fliegenfischen

 

Küste...  

... zugegeben, noch habe ich zu dem Thema eher null Erfahrung. Das hindert mich aber in keinster Weise daran, meinem Interesse an der Sache freien Lauf zu lassen und einschlägige Bücher zu lesen.

 

Was ich wohl für mich dabei schon mal festgestellt habe ist, dass mich neben der Meerforelle auch noch das eine oder ander Fischchen mehr bei der Küstenfischerei interessiert. Dazu in späteren Büchern dann mehr. 

 

Gleich zu Anfang hab' ich genau richtig hingefasst. Meine ersten drei Bücher sind klasse. Küstenklassiker sozusagen... Beide Autoren kommen aus Dänemark... ob das Zufall ist?  

 

Angelführer Ostseeküste - Rügen

Bild: Verlag North Guiding

Das ist nur ein Buch aus einer ganzen Reihe von Angelführer, die bei North Guiding erschienen sind. Michael Zemann konnte für dieses Buch Ralph Lubs und Henry Schmidt als Guides gewinnen. Sie nehmen den ortsunkundigen Angler an die Seite und führen über die Insel. In einer kurzen Einführung werden grundsätzliche Strategien besprochen und dann geht es für den Rest des Buches zu den besten Angeplätzen rund um Rügen.

Die Plätze werden sehr detailliert beschrieben und von tollen Luftbildaufnahmen - so dass man auch Rüchschlüsse auf die Struktur ziehen kann - begleitet. Das Kartenmaterial hilft bei der Orientierung. Mehr solen die Karten dann aber auch nicht leisten. Dank GPS-Daten kann jede Stelle mit Unterstützung eines Navis sicher angefahren werden. Ich selbst habe auf Rügen dann aber doch noch zusätzlich Kartenmaterial mitgenommen. Falls die Technik mal versagt... ansonsten wäre es nicht notwendig gewesen... ;)

 

Fazit: Wer ortsunkundig ist und sich einen Überblick verschaffen will, der sollte sich für knapp 20 Euro Hilfe bei den Profis holen. 

Das Schöne ist übrigens, dass in dieser Reihe viele Bücher erschienen sind, die dem gleichen Konzept folgen... mehr dazu erfahrt ihr bei dem Link hier links... 

 

Meerforelle an der Küste - Teil I 

Bild: Verlag North Guiding

Mensch, da hat sich aber jemand intensiv mit seinem Zielfisch auseinandergesetzt. Thomas Vinge beginnt in seinem Buch mit einer kurzen Einführung in die Geschichte des Fliegenfischens auf Meerforelle und geht dann direkt zum Thema Beutetiere und Imitation über.  

 

Dieses Thema füllt auch den größten Teil des Buches. Die mögliche Beute wird genau beschrieben und dazu passend werden einige Muster vorgestellt. Natürlich mit Binderezept und Bild / Zeichnung. Sehr interessant fand ich übrigens die Ausführungen zu den Borstenwürmern. Die sind wirklich detailreich, aber an keiner Stelle langweilig. Und das gilt so auch für das gesamte Buch.  

 

 

Die folgende Hälfte beschäftigt sich im Schwerpunkt mit der Erscheinung von Fliegen. Silhouette, Größe und Augen. Ja, die Augen. Die sind dann bei meiner Favoritenliste direkt hinter den Borstenwürmern auf Platz zwei. Die Gedanken die man da findet, habe ich mir zu dem Thema noch nicht gemacht. Hochinteressant!

 

Fazit: Ichhabe bei der Lektüre richtig was gelernt. Vielen Dank Herr Vinge. Das beiNorth-Guiding erschiene Buch ist seine 30 Euro auf jeden Fall mehr als Wert.

 

Meerforelle an der Küste - Teil II

Mit „Meerforellen an der Küste II“ hat Thomas Vinge ein Bindebuch für Meerforellenfliegen veröffentlicht, das mir so nur selten begegnet ist. Sehr strukturiert und sauber erklärt. 

 

Bild: Verlag North Guiding

Er verzichtet darauf, die Erläuterungen aus Teil I hier nochmals aufzugreifen und startet direkt mit den Fliegenmustern durch. Doch nicht einfach irgendwie,sondern wohlgeordnet. Ihr findet die verschiedenen Muster nach Gruppen sortiert (Mudler, Matuka, Zonker...). Zu jeder Gruppe gibt es ein paar Grundlagen und woes hilfreich ist, auch mal ein paar allgemeine Bindetipps.

Zum Schluss findetihr noch ein Glossar zum Thema Bindematerialien. Bemerkenswert finde ich dabei, dass die Beschaffung von Bindematerialien auch kritisch betrachtet wird. An verschiedenen Stellen finden sich die - in meinen Augen berechtigten - Hinweise, gezielt nach Ersatzmaterialien zu suchen und diese auch zu verwenden.

 

Fazit: Das ebenfalls bei North-Guiding erschienene Buch ist als reines Bindebuch durchausauch eigenständig zu lesen. Für 30 Euro bekommt man mit Teil II jede Menge „Bindewissen“vermittelt.  

 

Ich wollte Teil I allerdings nicht mehr missen... ;) 

 

Meerforellen - Küstenangeln mit Profi-Taktiken

Jens Bursell und Rasmus Ovesen haben in dem bei Müller Rüschlikon erschienen Buch nicht nur ihr Wissen um die Meerforelle, sondern auch das Wissen zahlreicher Kollegen zusammengetragen. Ihr findet viel grundlegende Information zur Meerforellenfischerei. Biologie, Verhalten in den Jahreszeiten, Angeltaktik. Alles sehr ausführlich besprochen und mit wirklich stimmungvollen Bildern garniert.  

 

Bild: Verlag Müller Rüschlikon

Für mich herausragend ist das Kapitel „Die letzten 50 Prozent“.Da werden Gedanken zur Verringerung der Aussteigerrate aufgegriffen, die nicht nur für Meerforellen gelten müssen. Nicht alle Tipps sind für uns Fliegenfischer anwendbar, aber insgesamt eben doch sehr informativ. Ich kenne niemanden, der sich so intensiv mit dem Fischmaul, der Hakengöße, der Anzahl der Schenkel in Zusammenhang mit Aussteigern auseinandergesetzt hat. Toll gemacht. Man könnte ja glauben ein angemessener Drilling hilft immer… na dann lest lieber mal nach.

 

Fazit:  Tolles Buch. Zwar nicht alleine für unsFliegenfischer geschrieben, aber auf jeden Fall super hilfreich. Für 30 Euro gibt es neben vielen Tipps auch tolle Bilder.

 

Meeresfische Europas – Muus und Nielsen

Das Buch kennt ihr schon. Ist nur von NEULICH GELESEN zu KÜSTE umgezogen. Passt hier besser...

 

Was will er denn damit? Meeresfische Europas… die gibt’s doch in der Vechte gar nicht. Richtig, aber ich finde das einfach interessant. Ich habe, so wie ihr, schon viele Bestimmungsbücher gesehen, die mich echt verwirrt haben. Süßwasserfische „noch und nöcher“, wenig Hilfe zur Abgrenzung und ganz wenig Hintergrundinfos.

 

Bild: Verlag Kosmos

Das ist hier anders: klar, erst mal geht es nicht umSüßwasserfische, aber auch für eine saubere Abgrenzung der Fische ist gesorgt. Dahelfen schon alleine der allgemeine Teil und der Bestimmungsschlüssel. Nicht zuletzt bin ich aber besonders begeistert, weil es jede Menge Hintergrundinfos gibt. Viel zur Ernährung, viel zur Verbreitung und zum Fang. Beim Fang ist mal nicht auf das Fliegenfischen abgestellt, sondern der Blick in Richtung Historie (z.B. beim Aal) oder auch in Richtung Fischindustrie gerichtet. Es gibt eigene Kapitel zur Fischerei (Geschichte, Industrie, Methoden) und auch zur Fischereibiologie. Das finde ich alles sehr interessant. So mag ich das.

 

Wenn man dann also wirklich mal wieder mit der Fliegenrutean der Küste steht, dann hat man echte Chancen seinen Fang spätestens dann zu erkennen, wenn man mal hier reingesehen hat. Die Welt der Meeresfische ist – bei dem Lebensraum kein Wunder – riesengroß und für mich ansonsten nicht zu durchschauen.

 

Mein Fazit: Die Autoren aus dem hohen Norden verstehen ihr Handwerk. Wer auch immer ein Bestimmungsbuch schreiben sollte, möge er doch zuvor hier einen Blick hinein werfen. Wer kein Buch schreiben will, sich aber für die Meeresfische interessiert, der sollte das auch tun… ;)